ine Tüte, die du in Woche eins geöffnet hast, schmeckte hell und voll. Dieselbe Tüte in Woche sechs schmeckt flach, als wäre die Farbe herausgelaufen. An deinem Brühen lag nichts.
Kaffee verändert sich nach der Röstung. In den ersten Tagen gibt er Kohlendioxid ab, ein Vorgang namens Entgasen, und über die folgenden Wochen verblassen seine Aromen langsam. Luft, Licht, Hitze und Feuchtigkeit beschleunigen dieses Verblassen.
Kauf also in kleinen Mengen. Halte die Bohnen luftdicht und dunkel. Mahl sie jedes Mal frisch. Der Rest dieses Guides ist das Warum hinter diesen drei Gewohnheiten.
Das Frischefenster
Frisch vom Röster ist Kaffee in Bewegung. Er gibt tagelang Kohlendioxid ab, und dieses Gas ist der Grund, warum ein sehr junger Kaffee wild aufblüht, sobald Wasser ihn trifft, und ungleichmäßig extrahieren kann. Gib ihm etwas Ruhe, dann beruhigt sich der Bloom. Das Gas setzt sich, und die Tasse zieht gleichmäßiger.
Das andere Ende des Fensters ist das langsame. Hat sich der Kaffee gesetzt, verlassen ihn seine Aromastoffe Woche für Woche weiter, bis die einst lebendige Tasse stumpf und papieren wirkt. Bei den meisten Kaffees liegt der gute Bereich von etwa drei Tagen nach der Röstung bis hin zu drei oder vier Wochen. Hellere Röstungen wollen am Anfang oft ein paar Tage mehr Ruhe; dunklere öffnen sich früher und verblassen früher.
Die Bohnen lagern
Vier Dinge lassen Kaffee altern: Luft, Licht, Hitze und Feuchtigkeit. Gute Lagerung sperrt alle vier aus. Ein luftdichter, lichtdichter Behälter in einem kühlen, dunklen Schrank erledigt die ganze Aufgabe. Eine schlichte Dose oder ein verschlossenes Glas, fern von Herd und Fenster, reicht völlig.
Luft
Verschließen. Ein luftdichter Behälter bremst die Oxidation.
Licht
Lichtdicht halten und aus der direkten Sonne nehmen.
Hitze
Kühl lagern, weg vom Herd oder jeder warmen Stelle.
Feuchtigkeit
Trocken halten. Darum ist der Kühlschrank eine schlechte Idee.
Kauf in Mengen, die du in ein paar Wochen aufbrauchst. Eine kleinere Tüte, die du frisch leerst, schlägt eine große, die im Schrank flach wird. Einfrieren ist der eine gute Weg, Bohnen lange zu halten: portioniere sie in luftdichte Beutel, frier sie ein, und hol eine Portion heraus, wenn du sie brauchst. Das ist eine anerkannte Methode und zunehmend verbreitet. Für den Alltag ist eine verschlossene Dose bei Raumtemperatur aber die einfache Antwort.
Frisch mahlen
Ganze Bohnen haben nur eine kleine Fläche, die der Luft ausgesetzt ist. Mahlen zerschlägt sie in Tausende Stücke, und diese frische Fläche wird in Minuten bis Stunden alt, nicht in Wochen. Das ist die eine Änderung, die für die tägliche Tasse am meisten bringt: mahl direkt vorm Brühen, und mahl nur, was du gerade verwendest.
Häufige Fragen
- Wie lange sollte ich Kaffee nach der Röstung ruhen lassen?
- Gib ihm etwa drei Tage ab dem Röstdatum, bevor du das Beste von ihm erwartest. Sehr frischer Kaffee entgast noch, blüht also wild auf und extrahiert ungleichmäßig. Hellere Röstungen wollen oft ein paar Tage mehr; dunklere sind meist früher bereit.
- Soll ich Kaffee im Kühlschrank oder Gefrierfach lagern?
- Nicht im Kühlschrank. Dort ist es feucht und voller Gerüche, und Kaffee nimmt beides auf. Das Gefrierfach ist für die lange Lagerung in Ordnung, wenn du die Bohnen vorher in luftdichte Beutel portionierst. Für Bohnen, die du in ein paar Wochen aufbrauchst, ist eine luftdichte Dose bei Raumtemperatur aber einfacher und genauso gut.
- Ist vorgemahlener Kaffee wirklich so viel schlechter?
- Gemahlener Kaffee wird in Minuten bis Stunden alt, weil das Mahlen so viel Fläche der Luft aussetzt. Ganze Bohnen halten ihre Aromen im Vergleich wochenlang. Kauf ganze Bohnen und mahl sie erst kurz vorm Brühen.