in Glas mit grobem Kaffeemehl und kaltem Wasser wandert vor dem Schlafengehen in den Kühlschrank. Am nächsten Nachmittag filterst du es, gießt es über Eis und trinkst etwas Weiches, Süßes und Säurearmes. Die ganze Arbeit macht diese Wartezeit über Nacht.
Cold Brew ist Immersion ohne Hitze. Ohne heißes Wasser, das die Sache antreibt, kriecht die Extraktion nur langsam voran. Über viele Stunden zieht sie reichlich von den süßen, löslichen Stoffen, aber deutlich weniger von den scharfen sauren und bitteren. Die Tasse, die dabei herauskommt, ist mild und rund, und genau darum geht es bei dieser Methode.
Diese Anleitung zeigt dir zwei Wege: ein starkes Konzentrat, das du vor dem Servieren verdünnst, und einen trinkfertigen Ansatz, den du direkt eingießt. Beide nutzen denselben groben Mahlgrad und denselben langen Auszug. Such dir einen aus und setz heute Abend einen Ansatz an.
Cold Brew ist kein Eiskaffee
Diese beiden werden ständig verwechselt, dabei sind sie nicht dasselbe Getränk. Eiskaffee wird heiß gebrüht, ganz normal, und dann über Eis abgekühlt. Cold Brew kommt nie mit Hitze in Berührung. Er zieht von Anfang bis Ende in kaltem oder zimmerwarmem Wasser.
Dieser Unterschied verändert die Tasse. Heißes Wasser extrahiert Säuren und Bitterstoffe schnell, deshalb behält selbst ein abgekühlter Heißaufguss diesen helleren, schärferen Charakter. Der langsame kalte Auszug lässt die meisten dieser Stoffe zurück, und darum schmeckt Cold Brew weich, süß und spürbar säurearm. Willst du eine helle, lebendige Eistasse, brühe heiß und kühle sie ab. Willst du mild und rund, mach Cold Brew.
| Eigenschaft | Cold Brew | Eiskaffee |
|---|---|---|
| Wassertemperatur | Kalt oder zimmerwarm, nie erhitzt | Heiß gebrüht, dann gekühlt |
| Brühzeit | 12 bis 18 Stunden | Minuten |
| Mahlgrad | Sehr grob | Normal für die heiße Methode |
| Säure | Niedrig, mild | Heller, schärfer |
| Typischer Charakter | Weich, süß, rund | Lebendig, aromatischer |
Was du brauchst und wie du ansetzt
Du brauchst ein Glas oder eine Kanne mit Deckel, eine Waage, grob gemahlenen Kaffee und eine Möglichkeit zum Filtern am Ende. Ein Papierfilter oder ein feines Tuch funktionieren beide. Kein Wasserkocher, kein Thermometer, keine Stoppuhr außer einem groben Gefühl dafür, wann der nächste Tag kommt.
Mahl sehr grob, gröber als für eine French Press. Der lange Auszug verzeiht feines Kaffeemehl nicht: Es überextrahiert und macht die Tasse trüb und harsch. Feines Kaffeemehl verstopft außerdem den Filter beim Abseihen. Große, gleichmäßige Partikel ziehen sauber und laufen klar durch.
Entscheide dich für eine Variante, bevor du irgendetwas abwiegst. Das Konzentrat nutzt ungefähr 1 Teil Kaffee zu 8 Teilen Wasser, zieht stark und wird beim Servieren verdünnt. Trinkfertig nutzt ungefähr 1 Teil Kaffee zu 15 Teilen Wasser und wird direkt eingegossen. Konzentrat ist die flexiblere Wahl: Du kannst mit Wasser, Milch oder mehr Eis nach Geschmack verdünnen. Außerdem hält es sich länger im Kühlschrank.
Der Aufguss, Schritt für Schritt
Ein durchgerechneter Konzentrat-Ansatz: 100 g sehr grober Kaffee und 800 g kaltes Wasser, also das Verhältnis 1:8. Für trinkfertig nimmst du 100 g Kaffee und 1500 g Wasser und lässt die Verdünnung am Ende weg. Alles andere ist gleich.
- ZusammengebenGib 100 g sehr grobes Kaffeemehl ins Glas und gieße dann 800 g kaltes oder zimmerwarmes Wasser dazu.800 g
- Alles benetzenRühre sanft um, bis das gesamte Kaffeemehl durchnässt ist und nichts mehr trocken oben schwimmt. Trockene Stellen ziehen ungleichmäßig.
- Abdecken und ziehen lassenSetz den Deckel auf und lass es 12 bis 18 Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Im Kühlschrank kann derselbe Ansatz bis zu etwa 24 Stunden gehen, weil die Kälte die Extraktion zusätzlich verlangsamt.900:00
- FilternGieße den Ansatz durch einen Papierfilter oder ein feines Tuch in ein sauberes Gefäß. Für eine klarere Tasse filterst du ein zweites Mal. Das Kaffeemehl wirfst du weg.
- VerdünnenBeim Konzentrat mischst du ungefähr 1 Teil Konzentrat mit 1 Teil Wasser oder Milch und passt dann nach Geschmack an. Beim trinkfertigen Ansatz lässt du diesen Schritt weg.
- Über Eis servierenGieße über Eis und serviere. Den Rest bewahrst du im Kühlschrank auf.
Lagern und anpassen
Cold Brew hält sich in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank etwa eine Woche. Konzentrat hält etwas länger, weil weniger Wasser da ist, in das sich der Geschmack verflüchtigen kann, und das ist ein praktischer Grund, stark anzusetzen und pro Glas zu verdünnen. Probier es über die Tage, dann merkst du, wie es langsam milder wird.
Schmeckt die Tasse dünn oder wässrig, hast du zu stark verdünnt oder zu kurz ziehen lassen: Nimm weniger Verdünnungswasser oder zieh den Auszug nächstes Mal Richtung 18 Stunden. Schmeckt es harsch, trocken oder trüb, war der Mahlgrad zu fein oder der Auszug zu lang: Mahl gröber und nimm den Ansatz nach 12 bis 14 Stunden ab. Ändere pro Ansatz nur eine Sache, damit du erkennst, was sie bewirkt hat.
Häufige Fragen
- Ist Cold Brew dasselbe wie Eiskaffee?
- Nein. Eiskaffee wird heiß gebrüht und dann über Eis gekühlt, deshalb behält er einen helleren, schärferen, säurereicheren Charakter. Cold Brew zieht viele Stunden in kaltem oder zimmerwarmem Wasser und kommt nie mit Hitze in Berührung, und darum schmeckt er weich, süß und säurearm. Das sind zwei verschiedene Getränke, auf zwei verschiedene Arten gemacht.
- Welchen Mahlgrad nehme ich für Cold Brew?
- Sehr grob, gröber als ein French-Press-Mahlgrad. Feines Kaffeemehl überextrahiert während des langen Auszugs und macht die Tasse trüb und harsch. Es verstopft außerdem, womit du auch filterst. Große, gleichmäßige Partikel ziehen über 12 bis 18 Stunden sauber und laufen klar durch.
- Wie lange hält sich Cold Brew?
- Etwa eine Woche in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank. Ein Konzentrat hält etwas länger als ein trinkfertiger Ansatz, weil weniger Wasser den Geschmack verdünnt. Der Geschmack wird über diese Tage langsam milder, statt plötzlich zu verderben, also vertrau gegen Ende deinem Gaumen.